Rosa Kainz
Persönlichkeitstraining &
Life Coaching

Aktualisiert September 10, 2020

Die Angst und ihr Beschützerinstinkt ...

Wenn es um das Thema „Ängste & Veränderungen“ geht, stelle ich als Coach & Trainerin gerne die Frage: „Wovor schützt Dich Deine Angst?“ Denn wenn man gewisse Situationen hinterfragt und schaut, was dahinter liegt, ist es viel einfacher, damit umzugehen und Lösungen zu finden.

In diesem Artikel findest Du:

Wenn Zweifel oder Ängste anklopfen

Wenn es um Veränderung geht und wir nicht ins Tun kommen oder schon einen Teil des Weges gegangen sind und dann plötzlich stoppen oder am Weg wieder umdrehen, dann ist das oft verbunden mit Zweifeln oder sogar Ängsten.
Und wenn wir uns dieser Angst dann einfach ergeben, aufgeben und sagen: „Ich lasse das mal lieber!“ – dann ist nicht nur Veränderung nicht möglich, sondern auch kein Wachstum im Sinne einer Lösung.

Letztendlich geht’s darum, Zweifel, Unsicherheiten und Ängste zu erkennen – als das, was sie sind. Nämlich als ein Hinweis.

Ängste als Hinweis

Ängste weisen uns darauf hin, dass wir ein Thema in uns haben, wo wir hinschauen dürfen.

Und ja, das tut manchmal weh und wenn wir eine Verletzung in uns tragen und spüren die Angst hochkommen, dann blockieren wir natürlich sofort und wollen eben keinenfalls hinschauen.
Insofern ist das dann auch mein Job in den Coachings & Trainings, da entsprechende Fragen zu stellen und zu schauen, was denn da dahinter liegt.
Denn nur so können Erkenntnisse gewonnen und Lösungen gefunden werden und dadurch kann letztendlich Heilung passieren.

Manchmal sind die Dinge, vor denen Du die meiste Angst hast, sie zu tun, jenes, was Dir die größte Freiheit bringt.

Angst ist da, um uns zu beschützen

Ja, das tut sie und das kommt aus grauer Vorzeit – als wir noch in der Höhle lebten und draußen die Säbelzahn lauerten. Da war es natürlich angebracht, vorsichtig zu sein. Denn wir stammen definitiv nicht von denjenigen ab, die einfach losgelaufen sind, ohne sich irgendwas zu überlegen und vorsichtig zu sein, ohne sich nach dem Säbelzahntiger umzuschauen und dann gefressen wurden …

Das heißt, Angst ist ein Instinkt, der tief in uns verankert und (zumindest damals) (über)lebensnotwendig ist/war.

Es geht um´s Überleben!?

Die Angst damals war gerechtfertigt: Wilde Tiere, unbekanntes Terrain und Naturgewalten, andere Clans (oder wie auch immer das damals hieß), Nahrung bzw. die Suche/Jagd nach dieser, …– die Gefahr lauerte überall.

Damals war die Zeit eine ganz eine andere und trotzdem ist dieser Urinstinkt noch in uns verankert: Wenn irgendetwas Neues auf uns zukommt, dann macht’s Klick und der innere Alarm schreit „Vorsicht! Kennen wir nicht, könnte gefährlich sein!“

Was liegt dahinter? (+ Beispiel)

Das Gemeine an der Sache ist, dass uns meist bewusst ist, dass wir gar keine Angst haben müssen und trotzdem ist sie da. Vielleicht steckt in uns ein Muster, ein Erlebnis, das wir einmal hatten oder eine Erfahrung, die uns bestätigt hat, dass es tatsächlich notwendig ist, Angst zu haben.
Vielleicht bist Du einmal einen anderen Schulweg gegangen und Dich hätte fast ein Auto erwischt und deswegen hast Du (unbewusst) beschlossen, nur noch gewohnte Sachen zu machen und bloß nichts Neues auszuprobieren.

Wenn Du also Angst wahrnimmst, dann versuche mal herauszufinden, wovor genau Du Angst hast. Weil es ist nicht immer nur das Unbekannte, oft liegt eine Verletzung/Erfahrung dahinter.

Ein Beispiel, was dahinter liegen kann:

Nehmen wir an, Du müsstest eine Rede halten. Das hat jetzt zwar mit Veränderung in dem Sinne nichts zu tun, aber als Beispiel ist es recht griffig.
Du sollst also eine Rede halten und hast einfach wahnsinnige Panik davor. Jetzt ist die Frage, wovor genau hast Du Panik?

Das Sprechen an sich ist es vermutlich nicht, weil Du sprichst ja auch im Alltag immer wieder mal. Und andere Leute triffst Du im Alltag, in der Arbeit oder zum Beispiel in öffentlichen Verkehrsmitteln auch – also dass andere Leute anwesend sind, ist vermutlich auch nicht der Knackpunkt.

Was ist es also? Vermutlich die Kombination, dass Du vor diesen Leuten sprechen sollst.

Die Frage, die Du Dir dazu stellen kannst, ist: „Was kann denn passieren?“.
Du könntest einen Fehler machen, Du könntest ausgelacht werden, Du könntest zu wenig Wissen haben und eine gestellte Frage nicht beantworten können und ähnliches mehr.

Geht es also um Anerkennung? Um Wertschätzung, um Annahme, um Zugehörigkeit, …?
Es gibt hier also eine ganze Reihe an Möglichkeiten – was steckt bei Dir dahinter?

Es gibt keine Grenzen. Nicht für den Gedanken, nicht für die Gefühle. Die Angst setzt die Grenzen.

Ingmar Bergman

Trenne Fakten, Emotionen & Gedanken (+ Beispiel)

Wenn Du in solch einer Situation bist, dann versuche Abstand zu gewinnen. Weil wenn Du den Blickwinkel veränderst, hast Du eine andere Perspektive, da siehst Du die Dinge anders und vor allem da hast Du auch die Chance, neutral auf eine Situation draufzuschauen.

Ich muss sprechen, da sind Leute. Gut, das sind einmal die Fakten.
Und dann ist die Frage: „Welche Emotionen sind da?“ Okay, es ist die Angst, vielleicht Unsicherheit, was ist es noch?
Und welche Gedanken sind da? „Wenn das schief geht, dann wird das und das passieren …“, „Achweh, das habe ich ja schon mal erlebt und es war furchtbar!“, …

Wenn Du Deinen Gedanken auf die Schliche kommst, dann ermöglicht Dir das auch, dahinter zu schauen! Das Hinterfragen ist genau das, was weiterhilft, denn dann lässt sich nach konkreten Lösungen suchen.

Ein Beispiel: Du willst einen neuen Job haben, bist zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen und hast die totale Panik, weil Du weißt, dass es eh schief geht, weil die letzten drei Male hat’s ja auch nicht gekelappt …

Dann überlege Dir für diesen Fall doch einmal, ob es irgendwann eine Situation gab, wo es sehr wohl funktioniert hat? Und das muss jetzt vielleicht nicht das Vorstellungsgespräch gewesen sein, aber vielleicht war es eine Aufnahmeprüfung oder ähnliches.
Erinnere Dich, dass und auch wie Du eine ähnliche Situation schon mal gemeistert hast und nutze diese Erkenntnis für die aktuelle Situation.

Energie folgt der Aufmerksamkeit

Wenn Du in einem „Scheitern-Denken“ drinnen bist, dann liegt Dein Fokus auf dem nicht schaffen können und wenn Du innerlich überzeugt bist, dass das sicherlich schiefgehen wird, dann kommt es möglicherweise (eher ziemlich sicher) zur self-fulfilling prophecy, der selbsterfüllende Prophezeiung (eine Vorhersage, die ihre Erfüllung selbst bewirkt).

Die Energie folgt immer der Aufmerksamkeit. Du kennst das vielleicht – Du hast Dir ein blaues Auto gekauft und plötzlich sind überall blaue Autos. Wenn Du schwanger bist, siehst Du plötzlich überall Schwangere.
Die waren vorher auch schon da – sowohl die blauen Autos als auch die Schwangeren – aber Du hast sie nicht gesehen, weil Dein Fokus woanders war.

Also wenn Du innerlich der Meinung bist, „Das geht sicher schief!“, dann ist Deine Energie schon ganz tief unten und die Chance ist sehr groß ist, dass es dann tatsächlich schief geht. Und dahermacht es absolut Sinn zu schauen, wovor Dich Deine Angst beschützen will.

Angst ist eine Entscheidung

Gefahr mag real sein, aber nicht die Angst in den Geschichten, die wir uns in unserem Kopf erzählen. Angst ist letztendlich eine Entscheidung.

Eine mögliche Entscheidung ist: „Ich gehe jetzt nicht weiter, weil da irgendwelche Zweifel und Unsicherheiten hochgekommen sind.“
Es ist eine Entscheidung, sich eventuell durchzuquälen, zu leiden und so noch mehr Verletzungen davonzutragen.


Oder man entscheidet sich dafür, die Angst anzunehmen, zu schauen, was dahinter liegt und sich zu fragen, wie man am besten damit umgehen kann.
Und so mit der Angst weiterzugehen, Durch die Angst Durchgehen und daraus zu lernen und daran zu wachsen.

Fazit

  • Wovor schützt Dich Deine Angst, was liegt dahinter?
  • Trenne die Fakten von Emotionen, den Gedanken und der Geschichte, die Du Dir in Deinem Kopf in dem Moment erzählst.
  • Betrachte das Ganze neutral und finde Lösungen.
  • Entscheide Dich bewusst dafür, mit der Angst zu gehen und daran zu wachsen.

Wunder beginnen immer dann, wenn wir unseren Träumen mehr Energie geben, als unseren Ängsten.

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Titelbild: Photo by Joshua Lee on Unsplash