Liebesschwüre und Liebesbeweise gibt´s viele.
Dennoch gibt es einige, die irgendwie das gewisse Etwas haben, Aussagen mit viel Ausdruck, Gefühl und vor allem Liebe.

Einer dieser Aussprüche ist: „Ich kann ohne Dich nicht leben!“
Klingt doch voll romantisch, oder?
Oder? Lass mal wirken.
Noch ein bisschen mehr.
Lass wirken und überleg mal, was da dahinter steckt?

Die pure Liebe? Oder doch …
Ich meine jetzt nämlich nicht das, was möglicherweise damit gemeint ist, was es ausdrücken soll, sondern tatsächlich meine ich den Inhalt dieses Liebesschwurs.

Kennst Du den Ausspruch „In jeder Aussage steckt ein Körnchen Wahrheit?“ (das mal vorweg so „nebenbei“ bemerkt und ja, man sagt oft „In jeder Lüge steckt ein Körnchen Wahrheit“ – ich meine jetzt aber nicht, dass diese Liebes-Worte eine Lüge sind ,mir geht’s nur um dieses Körnchen Wahrheit, aber dazu komme ich noch…)

Also, wir waren beim Inhalt von „Ich kann ohne Dich nicht leben!“
Was bedeutet das denn jetzt tatsächlich?
Eigentlich drückst Du hiermit aus, dass Du ohne den Anderen nicht (über)lebens-fähig bist.
Dass Du nicht tot umfällst, wenn Dein Partner nicht da ist, wissen wir natürlich (auch wenn es Situationen gibt, in denen es sich zugegebenermaßen durchaus so anfühlt).

Ich möchte hier nun aber auf die „Energie“ eingehen, die dahinter steckt.
Wenn Du der Meinung bist, dass Du etwas ohne jemand anderen nicht kannst, den Anderen also brauchst (wofür auch immer – um weggehen zu können, um auf Urlaub zu fahren, um das Leben zu genießen, …), dann machst Du Dich klein!

Jemanden oder auch Etwas zu brauchen macht abhängig, unfrei, bedürftig, es bindet und macht unselbstständig.
Fühlt sich das gut an? Nein, definitiv nicht.
Was kann Dich also in eine andere Energie bringen? Was fühlt sich denn hingegen gut an?
Etwas zu wollen!
„Ich will“ ist Freiheit, Selbstbestimmung, Ungebundenheit, Eigenständigkeit, Zwanglosigkeit, Glück & Zufriedenheit.

Wenn mir jemand sagt, dass er mich braucht, dann fühlt sich das für mich als Empfänger dieser Aussage auch nicht so prickelnd an. Ich hätte in dem Moment das Gefühl, die komplette Verantwortung für den Anderen und dessen Leben übernehmen zu müssen – und fühle mich somit auch unfrei und mein Gegenüber verliert dadurch ein großes Maß an Attraktivität.

„Ich brauche Dich nicht, aber ich will Dich!“ – das höre ich gerne 😊.

Ja, was so ein einzelnes Wort letztendlich ausmacht …

Achja, das Körnchen Wahrheit bin ich Dir ja noch schuldig – dazu möchte ich Dir gerne ein Zitat aus dem jüdischen Talmuds zukommen lassen:

  • Achte auf Deine Gedanken, denn sie werden Deine Worte!
  • Achte auf Deine Worte, denn sie werden Deine Taten!
  • Achte auf Deine Taten, denn sie werden Deine Gewohnheiten!
  • Achte auf Deine Gewohnheiten, denn sie werden Dein Charakter!
  • Achte auf Deinen Charakter, denn er wird Dein Schicksal!

Zu diesem Artikel passt der erste Satz – aus den Gedanken werden Worte.
Das heißt, ohne bestimmte Gedanken würdest Du gewisse Worte so nicht aussprechen.
Jetzt sagst Du vielleicht „Ja, aber diesen Satz habe ich so von meiner Familie etc. übernommen“. Mag sein, das heißt zeitgleich aber auch, dass Du ihn für wahr angenommen, akzeptiert und Dich unbewusst darauf eingestellt hast.

Also, hinterfrage eine Aussage ruhig mal. Vor allem dann, wenn sich etwas „irgendwie komisch“ anfühlt.
Apropos: Beim Heiraten sagt man ja übrigens auch „Ich will“.
„Ich brauche“ käme schon ziemlich eigenartig rüber 😉.

Hast Du schon mal solche „Ich brauche-/Ich will-Erfahrungen“ gemacht? Welche?

Deine Rosa

Ein Gedanke zu “brauchen vs wollen”

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