*** Anleitung zur Unzufriedenheit ***

 

Vorlage für diese Anleitung war mein Blogartikel „Mit diesen 5 Zutaten gelingt (D)ein Drama perfekt …“ , den ich vor einem guten Jahr veröffentlicht habe – ein Rezept für Drama-Queens und solche die es werden wollen, gespickt mit viel Sarkasmus.
Und da Drama und Unzufriedenheit oftmals gar nicht so weit voneinander entfernt sind, gibt es nun ein „Upcycling“ …

FOKUS
In meinem Blogartikel über den wahren Kern gut(gemeint)er Ratschläge habe ich bereits das Phänomen der Generalisierung angesprochen/beschrieben – man empfindet „alles“ als negativ und übersieht dabei, dass es trotz gewisser Unstimmigkeiten auch Bereiche/Situationen/Personen etc. gibt, wo es sehr wohl positiv läuft. Den Fokus auf das zu lenken, womit man unzufrieden ist bewirkt, dass nach und nach vieles rundherum ebenfalls ungut & unangenehm empfunden wird.

Wenn es in Deinem eigenen Leben noch zu wenig Drama und Unzufriedenheit gibt, dann erweitere Deinen Beobachtungsradius einfach mal und Du wirst erkennen, welch mitleiderregendes Leben Deine Arbeitskollegin führt, welch stressigen und gefährlichen Hobbies Deine Nachbarn ausüben, wie unmenschlich die Politik in Irgendwo ist und/oder wie furchtbar dieses & jenes … (und wie sehr das alles Dein eigenes Leben runterzieht!)

➡️ Wenn Du überzeugt davon bist, dass Du mit allem und jedem unzufrieden sein musst, dass alles etwas Schlechtes mit sich bringt – dann konzentriere Dich einfach ausschließlich auf das Negative, egal wie klein es auch sein mag. Oder anders gesagt:
✍🏻 ***Wer lange genug den Kopf schüttelt, wird auch ein hineingefallenes Haar in der Suppe finden.***

WORST CASE SZENARIEN
Wir sind Meister der Vorstellungskraft. Und damit meine ich nicht nur jene, die ihre Berufung der Kreativität verschrieben habe, sondern durchaus auch Leute wir Dich und mich. Denn Du hast Dir sicherlich schon mal ein bevorstehendes Ereignis in den leuchtendsten Farben ausgemalt – ein Date zum Beispiel (ob unsere Erwartungen dann tatsächlich erfüllt werden, ist eine andere Geschichte …).
Was uns oft aber viel besser gelingt ist die Schwarzmalerei. Sehr gerne überlegen wir uns schon im Vorfeld, was alles in einer gewissen Situation schief laufen könnte – vom undefinierbaren Blick bin hin zu abschätzigen Bemerkungen hinter vorgehaltener Hand. Wir befürchten das Schlimmste und selbst wenn es nicht ganz so klar wie erwartet eintritt, interpretieren wir so lange an etwas herum bis es zu unserem erdachten Worst Case Szenario passt. Dann fühlen wir uns bestätigt – und das sogar in mehrerlei Hinsicht und fällt dann in den Bereich der self fulfilling prophecy (mehr zur Selbsterfüllenden Prophezeiung kannst Du gerne auf Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung nachlesen)

➡️ Je detaillierter Du Dir Dein persönliches Worst Case Szenario ausmalst, umso höher die Chancen, dass es auch eintritt! Vorsicht – wenn Du das *pieps hirnwichsen *pieps allerdings nicht intensiv genug betreibst, dann wird es Dir gehen wie Mark Twain:
✍🏻 *** In meinem Leben habe ich unvorstellbar viele Katastrophen erlitten. Die meisten davon sind nie eingetreten.***

OPFERDASEIN & SCHULD
Wer hat als Kind nicht selbst auch mal den Ausspruch „Ich war´s nicht – der/die hat ja … *fingerzeig!“ getätigt? Egal ob´s nun so war oder nicht – der Erfolg war zumindest teilweise garantiert – es gab weniger oder auch mal gar keinen Ärger und manchmal sogar tröstende Worte, weil das andere Kind ja so böse zu einem war. Strategien, die für uns einmal gut funktioniert haben, übernehmen wir sehr gerne und somit behalten wir uns (unbewusst) dieses Jemand anders ist schuld ….
Das Wort Schuld löst auch oft auch ein unangenehmes Gefühl aus – der Begriff ist nun mal negativ behaftet. Im Bereich der Unzufriedenheit geht es allerdings genaugenommen weniger um Schuld, als um Ursachen – und die finden sich tatsächlich ins uns selbst. Denn auch wenn wir von außen getriggert werden – die Reaktion und das damit verbundene Gefühl passiert in uns.
Dass wir uns also mit einem „Die anderen sind schuld!“ selbst klein machen und somit auch jegliche Verantwortung abgeben, wird dabei gerne übersehen. Denn bei allem, was vermeintlich im Außen geschieht, haben wir keine Macht, etwas zu verändern. Dann sind wir hilflos und das spüren wir auch emotional und fühlen uns als Opfer – und einmal mehr klein und noch hilfloser.

➡️ Wenn Du gerne in der Opferrolle bleiben möchtest, dann ignoriere bitte folgende Erkenntnis von Byron Katie rigoros:
✍🏻 ***Solange du denkst, das Problem läge im Außen, solange du denkst, jemand anderes sei für dein Leiden verantwortlich, bleibt die Situation hoffnungslos. Du wirst für immer in der Opferrolle verharren.***

UNVOLLSTÄNDIGE RECHERCHEN & BÖSE KOMMENTARE
Sicherlich gibt es noch Unmengen an weiteren Unzufriedenheits-Zutaten – ich habe mich halt einfach mal auf die üblichsten & landläufigsten konzentriert und bin trotzdem durchaus zufrieden mit dem Ergebnis.
Sollte Dich diese möglicherwiese nicht ganz vollständige Recherche nicht zufrieden gestellt haben, dann lass´ gerne einen (unzufriedenen) Kommentar da, damit sich auch andere mit dieser Unzufriedenheit auseinandersetzen und sich gegenseitig aufschaukeln können.
Mich kriegst Du übrigens auch mit L – Kommentaren nicht unzufrieden (siehe „Opferdasein & Schuld“), also nimm das alles nicht unbedingt für bare Münze und nun bist Du auch schon wieder erlöst von der Prise Sarkasmus.

Mein L(i)ebe Dein Leben! meine ich nun übrigens auch durchaus ernst, denn es gibt immer etwas Positives (auch wenn man es oft erst später erkennt).
Trotzdem würde ich gerne noch wissen, welche Unzufriedenheits-Zutaten Du denn so in petto hast?! Ich freu mich somit auf Dein Kommentar und wünsche Dir alles Liebe!

Deine Rosa

PS: (vom ursprünglichen Blogartikel geklaut, weil´s ja auch hier passt): ich sage nicht, dass positives Denken alles heile macht und mir ist durchaus bewusst, dass es Situationen gibt, wo fluchen & Co einfach „angebracht“ ist (und zumindest kurzfristig hilft) – denn auch ich bin ja „nur“ ein Mensch, keine Sorge – und ein bisschen Drama-Queen steckt in jedem von uns, sonst wär´s ja fad *zwinker

Photo: Charles Deluvio on Unsplash

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