Von Anfängen und Zauberern …

„Alles hat ein Ende.“

… sagt ein Ausspruch und oft ist ein Ende mit Wehmut und Trauer verbunden. Allerdings:

Jedes Ende macht gleichzeitig auch Platz für etwas Neues.

Das ist beim Ausmisten genauso wie in Beziehungen oder in Jobs – es kommt immer etwas hintennach.
Über das, was danach kommt – darüber scheiden sich allerdings die Geister.
„Es kann nur besser werden“ kennt man genauso wie „Es kommt nix Besseres nach“ – also was denn nun?

Meiner Meinung nach ist es ja so, dass kaum etwas im Leben ohne Grund passiert und oft braucht es einfach ein Ende, damit etwas Neues überhaupt entstehen kann.

Es passiert nichts ohne Grund.

Wenn ein Ende unerwartet kommt, kann uns das sehr aus der Bahn werfen und unsere Emotionen können dabei ordentlich Achterbahn fahren. Und dass dieses Ende vielleicht etwas Gutes haben könnte, ist zu dem Zeitpunkt einfach unvorstellbar.

In meinem Leben gab es immer wieder solcher Ende-Achterbahnen.
Einiges ging unerwartet zu Ende, vieles aber auch erwartet (was die Sache nicht immer leichter machte) und ich selbst habe ein Ende auch immer wieder mal herbeigeführt (was dann meist im Vorfeld nicht so easygoing war).
„Enden“ gibt es also in allen möglichen und unmöglichen Lebensbereichen und -situationen und zum jeweiligen Zeitpunkt sind sie – zugegebenermaßen – oft einfach nur „Vollschaß“.

Im Nachhinein betrachtet …

… (da ist man bekanntlich ja immer schlauer) waren all meine persönlichen Enden aber tatsächlich notwendig – notwendig, um Neues ins Rollen zu bringen, um zu wachsen, um letztendlich da zu sein wo ich nun bin und auch um der Mensch zu werden, der ich jetzt bin.

Im September beginnt (bei uns ins Österreich) wieder die Schule und vielleicht warst ja auch Du eines der Kinder, die sich total auf die Schule gefreut hatten. Tatsächlich sehen die meisten Schulanfänger diesem neuen Lebensabschnitt mit Freude entgegen und nehmen das Unbekannte/die Veränderung relativ unvoreingenommen an.

Wie mit Unsicherheit und Veränderungen umgehen?

Erst später haben wir so unsere „Bedenken“, was Veränderung anlangt. Wir haben bereits einige (schmerzhafte) Erfahrungen gemacht, haben unterschiedlichste Meinungen unseres Umfelds gehört, sind irgendwie „vorsichtiger“ geworden und machen uns oft viel zu viele Gedanken über all die Dinge, die möglicherweise passieren könnten, wenn …

… und vergessen dabei, dass Ende & Anfang etwas ganz Natürliches ist: jedes Jahr geht zu Ende (und danach gibt es wiederum 365 Tage), es gibt Jahreszeiten (und die Bäum erblühen im Frühling erneut, obwohl sie im Herbst alle Blätter abgeworfen haben), alle 24 Stunden beginnt ein neuer Tag (und sowohl abends als auch morgens ist das wunderschön anzusehen!), …

Verlorenes Vertrauen wiedergewinnen

Wenn wir Veränderung mit kindlicher Neugier statt – sorry – Hirnwixereien und Vertrauen statt Misstrauen begegnen, ändert das zwar vielleicht nichts am Ausgang einer Sache, aber ein anderes, positives „damit Umgehen“ hilft in dem Moment und ermöglicht letztendlich neues Wissen, Wachstum & Stärke.

Ich bin überzeugt, dass mein eigener „Erfahrungs-Weg“ noch lange nicht zu Ende ist und das ist auch gut so. Denn ich bin neugierig, wissbegierig und etwas Neues ist ja auch immer ein wenig aufregend (ob im ersten Moment positiv oder negativ aufregend sei jetzt mal dahin gestellt …) und gerade dieses Ungewisse, Unbekannte hat für mich persönlich etwas Zauberhaftes.

Du fragst Dich spätestens jetzt, wo die Zauberer vorkommen, oder?
Okay, erwischt. Es ging nicht wirklich um Zauberer, sondern „nur“ um den

Zauber eines Neubeginns.

Dazu passend möchte dich Dir noch einige Zeilen aus Hermann Hesse´s Gedicht „Stufen“ mitgeben:

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
Dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
Blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
Zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
In andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

( …)
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
Und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

(…)

Ende.
Oder vielleicht doch Zeit für einen Neuanfang?




Photo by WanderLabs on Unsplash / Rosa Kainz

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